Umfangreiche Arbeiten: Schwebebahn soll im August 2021 den regulären Betrieb wieder aufnehmen

Die Schwebebahn fährt aktuell nur an den Wochenenden. Von Montag bis Freitag bieten die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) einen Ersatzverkehr mit Bussen, den Schwebebahn-Express, an. Unsere oberste Prämisse ist, dass die Schwebebahn im August 2021 den regulären Betrieb wieder aufnehmen kann. Dazu haben wir unter Einbindung externer Fachleute einen detaillierten Plan mit klaren Verantwortlichkeiten erarbeitet. So gehen wir das an:


Erstens: Lösen der zwei zentralen Probleme

Beseitigung der Montage- und Serienmängel über das Retrofit-Programm (die wichtigste Aufgabe des Herstellers Kiepe Electric)

Die Schwebebahnen der neuen Generation GTW 2014 zeigen seit Betriebsbeginn im Dezember 2016 erhebliche Mängel, darunter auch eine Reihe von Serienmängeln, die an vielen der neuen Bahnen auftreten. Zu den Mängeln gehören unter anderem fehlerhafte Dachverklebungen, störungsanfällige Verkabelungen und instabile Steckverbindungen. Deshalb müssen einzelne Bahnen immer wieder aus dem Betrieb genommen werden.

Der Hersteller der Bahn, Kiepe Electric, erarbeitet ein Konzept und hat zugesichert, dass diese Mängel jetzt im Rahmen eines sogenannten Retrofit-Programms grundlegend behoben werden.
Für das Retrofit-Programms werden die Bahnen jeweils von Wuppertal zum Schienenfahrzeugspezialisten Talbot Services nach Aachen gebracht. Nach Beseitigung der Mängel gehen die Bahnen anschließend zurück und werden in Wuppertal für den Regelbetrieb vorbereitet. Die WSW überwachen den Vorgang und die Einhaltung der Zusagen sowie des Zeitplans.

 

Räderverschleiß (die WSW haben hier die Federführung)

Die Räder der neuen Schwebebahn-Generation weisen einen deutlich zu hohen Verschleiß auf. Zum Teil sind durch die hohe Abnutzung sogar schon vereinzelt Schäden an der Schiene aufgetreten. Die Räder mussten in viel zu kurzen Intervallen nachbearbeitet oder getauscht werden. Dadurch standen nicht ausreichend Ersatzräder zur Verfügung. Die Versorgung mit neuen Rädern ist inzwischen vom Lieferanten, dem Bochumer Verein, fest zugesagt worden. Auch wenn nicht auszuschließen ist, dass der Räderverschleiß konstruktions- oder produktionsbedingt ist, haben die WSW für das Thema die Federführung übernommen. Wir arbeiten jetzt gemeinsam mit einem interdisziplinären Expertenteam von DB Systemtechnik, Siemens Mobility, Alstom, Rhomberg Sersa Vossloh, WPW und I.B.U. daran, die Ursachen für den hohen Verschleiß zu finden und abzustellen.

Zweitens: Verfügbarkeit erhöhen, damit die Bahnen im Störungsfall deutlich schneller wieder für den Regelbetrieb nutzbar sind

Ersatzteilversorgung sicherstellen (Aufgabe des Herstellers in Abstimmung mit den WSW)

 

Wie bei jedem anderen technischen System können auch bei der Schwebebahn einzelne Komponenten ausfallen, oder müssen wie ein Verschleißteil getauscht werden. Da die Wagen der neuen Generation eine komplette Neukonstruktion sind, muss der Hersteller Kiepe Electric in Abstimmung und mit Unterstützung der WSW die Ersatzteillogistik für die einzelnen Komponenten sicherstellen. Damit wird im späteren Regelbetrieb sichergestellt, dass auch bei Ausfällen betriebsrelevanter Komponenten schnell Ersatz verfügbar ist und einzelne Wagen nicht längere Zeit ausfallen, nur weil ein Ersatzteil fehlt.  

 

Werkstattkapazitäten ausbauen (eine Investition der WSW für kürzere Reparaturintervalle)

Auch nach Wiederaufnahme des Fahrbetriebs wird es weitere Änderungen und kontinuierliche Optimierungen an der Schwebebahn geben. Das ist ein normaler Prozess und auch bei Vorgängergenerationen schon der Fall gewesen. Die WSW stocken daher ihre Kapazitäten in den Werkstätten für die Infrastruktur des Fahrwegs und insbesondere für die Schwebebahn-Fahrzeuge auf. Die neuen personellen Kapazitäten sorgen dafür, dass Reparaturen und Servicearbeiten schneller erledigt werden können. Die Bahnen stehen damit dem Regelbetrieb kontinuierlicher zur Verfügung.

Die WSW werden über die Fortschritte der Arbeiten an Schwebebahn und Schienensystem auf dieser Seite transparent informieren. Oberste Prämisse: die Schwebebahn fährt ab August 2021 wieder im Regelbetrieb.