Die Generation 15: Energieeffizient und neues Design

Am 14. November 2015 wurde die erste Schwebebahn 1401 der neuen Generation vor 5.000 Zuschauern vorgestellt, am 18. Dezember 2016 wurden die ersten fünf Fahrzeuge in den Linienbetrieb übernommen. Vorausgegangen war eine Neuentwicklung des Designs seit 2010 und ein Ausschreibungsprozess für Fahrzeughersteller aus ganz Europa für 31 neue Fahrzeuge. Das deutsche Traditionsunternehmen Vossloh-Kiepe (heute Kiepe Electric im Knorr-Bremse-Konzern) erhielt den Auftrag zur Fertigung der Bahnen.
Mit der Generation 15 sollte die traditionelle Schwebebahn völlig neues Terrain betreten: Technisch setzten die Konstrukteure der neuen Fahrzeuggeneration auf Energieeffizienz und ein Höchstmaß an Sicherheit. So wird beim Bremsvorgang, wie in U-Bahnen heute üblich, Energie zurückgewonnen. Die Betriebsspannung wurde von 600 auf 750 Volt angehoben. In Punkto Sicherheit ist das neue Zugsicherungssystem ETCS verbaut.

Verzögerungen im Produktionsprozess

Soweit die Theorie: Praktisch tauchten bereits im Produktionsprozess in Spanien Verzögerungen auf. Dennoch lag bis zum Mai 2017 der Austausch der Bahnen im überarbeiteten Zeitplan. Im  Mai 2017 jedoch berührte eine Bahn der neuen Generation bei Tempo 55 km/h mit einer Bremsabdeckung am Drehgestell das Schwebebahngerüst. Die Technische Aufsichtsbehörde beschränkte daraufhin die Höchstgeschwindigkeit der Bahn bis heute auf Tempo 40. Die Verletzung des sogenannten Lichtraums hätte nicht passieren dürfen, offenkundig wurden hier nicht alle Parameter korrekt berücksichtigt. Der nächste größere Zwischenfall ereignete sich im November 2018. Ein Stück Stromschiene löste sich auf 350 Meter Länge, nachdem zwei Bahnen der neuen Generation die Stelle passiert hatten. Ein direkter Zusammenhang mit den neuen Bahnen hatte dieser Zwischenfall nicht, zwang aber die Schwebebahn zu einer neunmonatigen Betriebspause.

Schleppende Mängelbeseitigung

Während der Betriebspause wurden neue Bahnen aus Spanien geliefert. Als im Sommer 2019 der Regelbetrieb wieder aufgenommen wurde, hatten alle zu diesem Zeitpunkt 28 in Wuppertal angelieferten Bahnen neue oder neue profilierte Räder. Damit wäre theoretisch ein reibungsloser Betrieb möglich gewesen. Allerdings waren alle Fahrzeuge mängelbehaftet. So waren beispielsweise Steckverbindungen der Elektroverkabelung nicht ordnungsgemäß ausgeführt. Dies hatte zur Folge, dass Bahnen auf der Strecke stehenblieben. Ein Fehler, der zum Leidwesen der Fahrgäste erst im Betrieb auftrat. Im Winter 2019/2020 wurde bei einer Untersuchung entdeckt, dass die Verklebungen der Dachaufbauten bei acht Bahnen nicht fachgerecht ausgeführt waren und Schäden aufwiesen. Alle acht Fahrzeuge wurden sofort außer Betrieb genommen. Im Frühjahr 2020 kam das Problem Räderverschleiß hinzu, nach dessen Ursache bis heute geforscht wird. Ob kleine oder große Mängel, die Beseitigung durch den Hersteller war sehr schleppend. Erst seit der Ankündigung der WSW,  den Betrieb unter der Woche wegen fehlenden Fahrzeugen auszusetzen, ist Bewegung in das Thema Mängelbeseitigung gekommen.

GTW 2015-  die Schwebebahn für die nächste Generation 

Die neue Schwebebahngeneration ist ein großer technischer Modernisierungsschritt, mit einer unakzeptablen Anzahl an Mängeln. Sobald diese beseitigt sind, wird sie Wuppertal in die nächste Generation schweben lassen. Energieeffizient, wesentlich komfortabeler und deutlich leiser, als die Generationen vor ihr.

Konstruktionen im Detail