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VKU-Landesgruppe NRW wählt neuen Vorstand

Der VKU fordert die Einführung eines Leistungsmarktes, mit dem die Versorgungssicherheit auch bei der schwankenden Einspeisung erneuerbarer Energien gesichert bleibt.

Die Mitgliederversammlung der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) hat heute, 30.09.2014, für eine Amtszeit von vier Jahren einen neuen Vorstand gewählt. Als Vorsitzender wurde Andreas Feicht, Vorstandsvorsitzender der WSW Energie & Wasser AG und VKU-Vizepräsident, in seinem Amt bestätigt.

Zu den stellvertretenden Vorsitzenden wurde der Sprecher der Geschäftsführung der Stadtwerke Bochum Bernd Wilmert sowie der Vorstand der ENERVIE - Südwestfalen Energie und Wasser AG Wolfgang Struwe wiedergewählt. Im Anschluss an die Mitgliederversammlung fand in der der Historischen Stadthalle Wuppertal eine Tagung zu den Folgen der Energiewende für kommunale Versorger statt. VKU-Präsident Ivo Gönner: „Die deutschen Stadtwerke stehen voll und ganz hinter der Energiewende! Allerdings kann es nicht sein, dass sich derzeit moderne und effiziente Kraftwerke, die politisch gewollt waren und die für die umfassende Versorgungssicherheit dringend notwendig sind, kaum wirtschaftlich betreiben lassen.“

Der VKU fordert daher die Einführung eines Leistungsmarktes, mit dem die Versorgungssicherheit auch bei der schwankenden Einspeisung erneuerbarer Energien gesichert bleibt und gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit der notwendigen modernen und hochflexiblen Reservekraftwerke gewährleistet bleibt. Dazu hatte der VKU bereits letztes Jahr mit gutachterlicher Unterstützung einen Vorschlag in Form eines dezentralen Leistungsmarktes vorgestellt, der das Bereitstellen gesicherter Leistung honoriert. Ein aktuelles VKU-Gutachten zum Leistungsmarkt zeigt: Die Einführung eines gut konstruierten Marktes für gesicherte Leistung brächte nicht nur verlässlich Versorgungssicherheit, sondern ist auf mittlere Sicht auch günstiger, als das jetzige Systems fortzuführen. VKU-Vizepräsident Feicht: „Ein solcher Leistungsmarkt wäre vor allem im Landesinteresse, denn NRW könnte die „Batterie“ Deutschlands werden. Gerade NRW als Industrie- und Stromerzeugungsland Nummer eins in Deutschland kann der logische Partner der Energiewende werden und die dringend benötigte Versorgungssicherheit bereitstellen. Aus diesem Grund werde ich mich in meiner zweiten Amtszeit intensiv für eine konstruktive Diskussion in der Landes- und Bundespolitik zur Einführung eines technologieoffenen dezentralen Leistungsmarktes einsetzen.“
Der ungünstige politische Rahmen schlägt sich momentan insbesondere in der schlechten wirtschaftlichen Lage der konventionellen Erzeugungsanlagen nieder. Vor allem neue hocheffiziente Kraftwerke, die als Partner der Energiewende zur Aussteuerung der fluktuierenden Einspeisung erneuerbarer Energien benötigt werden, stehen unter hohem wirtschaftlichen Druck. Die Auslastung dieser Kraftwerke ist zwischen 2010 und 2013 bezogen auf die Volllaststunden um 30 Prozent zurückgegangen. Auch die Investitionstätigkeit der kommunalen Energieversorger hat sich stark reduziert, wodurch letztlich auch die Versorgungssicherheit gefährdet ist. Das hat auch Auswirkungen auf die kommunalen Haushalte, die immer weniger Ergebnisbeiträge aus ihren kommunalen Beteiligungen erhalten. Von der aktuellen schwierigen Situation auf dem Erzeugungsmarkt sind nicht nur die kommunalen Unternehmen, sondern auch deren Eigentümer, die Kommunen, betroffen. Derzeit brechen für die Kommunen Gewinne weg, mit denen sie in der Vergangenheit zum Beispiel Verluste im öffentlichen Nahverkehr ausgleichen oder Erträge für die kommunalen Haushalte erwirtschaften konnten.