Ende Juli beginnen die WSW mit der Sanierung der Luftseite der Herbringhauser Talsperrenmauer. Bereits jetzt können Wanderer und Spaziergänger dort beobachten, wie ein aufwendiges Arbeitsgerüst samt Lastenaufzug vom Fuß der 37 Meter hohen gewölbten Staumauer aus emporwächst. Während der etwa anderthalb Jahre dauernden Sanierungsarbeiten wird ein Großteil der Mauersteine sowie der Fugenmörtel entfernt. Insgesamt müssen 4000 Quadratmeter Mauerfläche von Hand bearbeitet werden. Bei den regelmäßigen Begehungen der Staumauer hatten die WSW festgestellt, dass das Mauerwerk an vielen Stellen schadhaft ist. Um den über viele Jahrzehnte hinweg durch Feuchtigkeit und Frost verursachten Verfallsprozess des bis zu 80 Zentimeter dicken Verblendmauerwerks aufzuhalten, ist die umfassende Erneuerung von 2500 Tonnen Steinen und Mörtel unumgänglich. Nach umfangreichen Voruntersuchungen gehen die WSW davon aus, dass 80 Prozent der Grauwacke-Bruchsteine ersetzt werden müssen. Aus wirtschaftlichen Gründen haben die WSW auf einen Austausch der alten Mauersteine gegen neue Bruchsteine verzichtet. Stattdessen kommt Spritzbeton zum Einsatz, auf den dann ein oberflächliches Fugenbild gesetzt wird. Dadurch wird der allgemeine optische Eindruck der Mauer beibehalten und der Gesamtcharakter des denkmalgeschützten Bauwerks ändert sich nicht.
Der Talsperrenbetrieb wird durch die Sanierungsarbeiten nicht beeinträchtigt. Auch bei höchstem Füllstand ist die Standsicherheit der Staumauer uneingeschränkt gewährleistet. Lediglich die Wanderer und Spaziergänger auf der Mauerkrone müssen sich in den kommenden Monaten darauf einstellen, dass der Wanderweg über die Staumauer aufgrund der Arbeiten vorübergehend gesperrt wird. Fußgänger werden dann durch das Herbringhauser Bachtal geleitet.
Abgesehen von kriegsbedingten Reparaturen und regelmäßigen Wartungsarbeiten ist es die erste Komplettsanierung der Luftseite seit dem Bau der Staumauer vor über 100 Jahren. Zuletzt hatten die WSW zwischen 2000 und 2005 die Wasserseite saniert und mit einer Geomembran abgedichtet.
Die Arbeiten sind stark witterungsabhängig und sollen trotzdem im November 2016 abgeschlossen sein. Rund zwei Millionen Euro nehmen die WSW in die Hand, damit die einwandfreie Wasserversorgung der Stadt Wuppertal dauerhaft sichergestellt werden kann.