WSW unterstützen Verbraucherzentrale im Kampf gegen Energiearmut

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NRW-weites Projekt mit WSW-Beteiligung erhielt internationalen Preis.

Das Projekt „NRW bekämpft Energiearmut“, an dem auch die WSW beteiligt sind, ist von der weltweit tätigen Non-profit-Organisation Ashoka und der Schneider Electric Stiftung als vorbildliches und innovatives Beratungsangebot ausgezeichnet worden. Für die Wuppertaler Stadtwerke sind Angebote für Haushalte mit Energieschulden schon lange ein Thema. Bereits 2010 haben die WSW erstmals eine Energieschuldnerberatung bei der Verbraucherberatung Wuppertal finanziert. Damit nahmen sie eine Vorreiterrolle für ganz NRW ein. Auch das Austauschprogramm für ineffiziente Kühlgeräte in finanzschwachen Haushalten, das die WSW 2012 starteten, hatte Vorbildfunktion.

Träger von „NRW bekämpft Energiearmut“ ist die Verbraucherzentrale NRW. Das nordrhein-westfälische Landesprojekt gehört zu den 15 Gewinnern des Wettbewerbs "Social Innovation To Tackle Fuel Poverty", die während der UN-Klimakonferenz im November in Bonn vorgestellt wurden. Es bietet eine Rechts- und Budgetberatung für Menschen, denen Stromsperren drohen oder die ihre Energierechnung nicht bezahlen können. An der Finanzierung des Angebots beteiligen sich neben dem Verbraucherschutzministerium des Landes NRW auch mehrere kommunale Energieversorger, darunter die WSW.

Trotz aller Bemühungen bleiben Energieschulden ein großes Problem für viele Privathaushalte in Wuppertal. Seit Oktober 2012 haben über 650 Wuppertaler Haushalte das Beratungsangebot der Verbraucherzentrale im Rahmen von „NRW bekämpft Energiearmut“ genutzt. Jedes Jahr kommen etwa 120 bis 130 Haushalte hinzu. „Mit etwa der Hälfte der Beratungssuchenden konnten wir eine direkte Vereinbarung zum Schuldenabbau treffen“, berichtet WSW-Vertriebsleiter Roberto Siino. Bei einem weiteren Viertel unterstützen das Jobcenter oder das Sozialamt bei der Entschuldung.

Für die WSW als Grundversorger in Wuppertal ist eine Zählersperrung, d. h. die Beendigung der Energielieferung, das letzte Mittel, wenn ein Kunde dauerhaft seine Verbrauchsrechnung nicht bezahlen kann oder will. „Leider reagieren viele erst, wenn wir solch eine Zählersperrung androhen“, berichtet Roberto Siino. Im ersten Quartal 2017 hatten sich WSW-Kunden 276 Mal wegen angedrohter Zählersperrungen an die Verbraucherzentrale gewendet. „Dank der Energieschuldnerberatung kam es davon in 218 Fällen nicht zur Sperrung“, so Siino weiter. Das Angebot lohnt sich also für beide Seiten. Durch Vermittlung der Schuldnerberatung konnten im gleichen Zeitraum außerdem gut hundert bereits vollzogene Sperrungen wieder aufgehoben werden.

Der Erfolg der Energieschuldnerberatung in NRW und Wuppertal hängt ganz wesentlich von der Vernetzung aller Akteure ab, wie Verbraucherzentrale, Sozialämter, Jobcenter und Grundversorger. „Wir bringen die relevanten Akteure an einen Tisch, um praktikable Lösungswege für die Betroffenen zu finden. Die Auszeichnung zeigt, dass wir mit diesem verbraucherpolitischen Ansatz ein Trendsetter sind“, unterstreicht Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, die Besonderheit des Angebots.

Nach Ansicht der Wettbewerbsjury ist dieser Ansatz innovativ und zukunftsweisend: „Die clevere
Lobbyarbeit, die die wichtigen Entscheider im Bereich Energieversorgung und Interessenvertreter der betroffenen Haushalte zusammenbringt, versucht das Problem an der Wurzel zu packen und systemisch zu lösen. Wir sehen großes Potential darin, diesen Ansatz weiterzuentwickeln und damit positiven gesellschaftlichen Wandel voranzutreiben", heißt es in der Begründung für die Auszeichnung.

 

Pressemitteilung der Verbraucherzentrale NRW: https://www.verbraucherzentrale.nrw/pressemeldungen/presse-nrw/projekt-nrw-bekaempft-energiearmut-1-preis-in-europaweitem-wettbewerb-19966

 

Pressekontakt: Wuppertaler Stadtwerke, Konzernkommunikation; 0202 - 569 3766/3712

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