Aufbau eines Hochwasser-Frühsystems mit Hilfe von LoRaWAN

15.12.2021, WSW Digital

Die Maschinenfabrik Heinz Berger in Kohlfurt will bei Hochwassergefahr zukünftig besser vorbereitet sein. WSW werden dabei helfen, ein Frühwarnsystem aufzubauen.

Von links: Dr. Andreas Groß (Geschäftsführer Berger-Gruppe), Patrick Hagemann (Berger-Gruppe), Andy Völschow (WSW), Sören Högel (Leiter Digitale Lösungen WSW)

Dr. Andreas Groß ist Geschäftsführer der Maschinenbaufabrik Heinz Berger in Kohlfurth. Das Unternehmen ist Teil der Berger-Gruppe, die international führend bei Robotertechnik in der Industrieautomation ist. Im Werk in Kohlfurth werden Schleif- und Poliermaschinen produziert. Der Standort, direkt am Wupperufer gelegen, war vom Juli-Hochwasser stark betroffen. Um ein Haar wäre dort die teure Maschinentechnik in der Produktionshalle ein Opfer der Wassermassen geworden, wie so viele andere Gebäude, Wohnungen und Läden in dem Wuppertaler Ortsteil. Es ist dem beherzten Eingreifen der Berger-Mitarbeiter und ihres Geschäftsführers zu verdanken, dass hier schon bald nach der Flut weiter produziert werden konnte. Die Schäden bei der Firma gingen dennoch in die Hunderttausende.

Sensoren übertragen den Wasserstand in das LoRaWAN-Netz

Bei der Firma Berger ist man danach aber nicht wieder zur Tagesordnung übergegangen, sondern hat sich Gedanken gemacht, wie solche Katastrophe zukünftig verhindert werden können. Die Idee von Geschäftsführer Andreas Groß: ein Hochwasserfrühwarnsystem mit Sensoren, die entlang der Wupper und ihrer Zuflüsse kontinuierlich den Wasserstand messen. Bereits im Sommer waren die ersten beiden Messsonden installiert und die Daten konnten sogar bereits im Internet abgerufen werden. Ein tolles Projekt, mit dessen Hilfe in der Zukunft nicht nur Hochwasserschäden in Millionenhöhe vermieden werden können, sondern das auch ausgezeichnet zu unserem LoRaWAN-Projekt passt. Denn nicht nur die Steuerung der Straßenbeleuchtung oder die Überwachung von Netzstationen lassen sich damit realisieren, sondern natürlich können auch die Daten der Hochwassersensoren damit übertragen werden. Eine weitere sinnvolle Anwendungsmöglichkeit für unsere digitale Infrastruktur. Übrigens nutzt die Firma Berger die gleichen Sensoren für die Wasserstandmessung, die wir bei der Messung des Füllstands von Altglascontainern der AWG einsetzen. Daher war es nicht schwer, uns an dem Projekt zu beteiligen und die Firma Berger beim Ausbau des Hochwasserfrühwarnsystems zu unterstützen.

Mittlerweile besteht das Überwachungsnetz aus 16 Sensoren, die ihre Daten teilweise über das WSW-LoRaWAN übertragen. Dabei stellen wir als Standorte für die Sensoren unter anderem Schwebebahnstationen und die Brücken der Fernwärmeleitungen über der Wupper bereit. Die Messdaten kann man sich auf wupper-pegel.de anschauen. Für das Hochwasserfrühwarnsystem nutzen wir dynamische Sender mit einer intelligenten Intervallsteuerung, die situationsbasiert arbeitet.

Für die Menschen in Wuppertal hat das Hochwasserschutz-Projekt der Berger-Gruppe einen echten nutzen. Der nächste Starkregen mit Hochwasserfolgen kommt bestimmt, aber mit dem Frühwarnsystem können dann hoffentlich die schlimmsten Schäden vermieden werden.

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