Wasserlecks finden mittels moderner Sensortechnik

31.05.2022, WSW Digital

Mit Ultraschall-Sensoren und digitalem Funknetz wollen wir zukünftig das 1.600 Kilometer lange Wuppertaler Trinkwassernetz überwachen. Im Moment testen wir das neue System in Langerfeld. In diesem Beitrag hier wollen wir Euch etwas über die Hintergründe und das neue Verfahren erzählen. Viel Spaß.

Ein Wasserleck tritt auf – und nun?

Die allermeisten von uns werden im Alltag schon mal das Problem eines „Lecks“ gehabt haben. Sei es der Fahrradreifen, der Luft verliert, das kleine Löchlein im Planschbecken oder in der Luftmatratze. Nach der Entdeckung des Problems folgt dann immer eins: Die Suche nach dem Leck. Was beim Reifen oder der Luftmatratze zwar etwas nervig, aber doch recht einfach ist, stellt sich bei unseren Trinkwasserleitungen ganz anders dar. Denn wir unser Trinkwassernetz ist ca 1.600 Kilometer lang.

Etwa 400 große und kleine Leckagen an Trinkwasserleitungen spüren wir pro Jahr auf. Die Wasserlecksucher der WSW sind täglich im Stadtgebiet unterwegs, um undichte Stellen im Trinkwassernetz finden. „Diese Arbeit ist ökologisch und ökonomisch sinnvoll. Das Trinkwasser wird mit viel Aufwand gewonnen, aufbereitet und transportiert. Es ist einfach zu wertvoll, um wegen undichter Leitungen ungenutzt im Boden zu versickern“, meint Thorsten Arkenau, der als Sachgebietsleiter Netzstrategien und Projektkoordination für das Trinkwassernetz bei uns zuständig ist. Allerdings geht die Lecksuche mit einem großen Aufwand einher. Außer den Suchtrupps nutzen die WSW auch verschiedene technische Methoden, um Wasserverluste aufzuspüren. Dazu gehört auch eine kontinuierliche Überwachung der Wasserabnahmen an geeigneten Stellen im Netz, etwa an Pumpen und Behältern.

Ultraschall-Messsonden und LoRaWAN helfen bei der Lecksuche

Nun erproben die WSW eine neue Methode bei der Überwachung des Trinkwassernetzes, die preiswerter und effizienter ist. Dabei werden kleine Ultraschall-Messsonden direkt auf die Leitungsrohre montiert. Der Aufwand für die Montage ist gering, denn die Leitungen müssen dafür nicht abgesperrt werden. Im Testgebiet im Stadtteil Langerfeld haben wir bereits mehrere Sonden verbaut. Sie übertrage ihre Daten über das LoRaWAN der WSW, das eine Alternative zum bisher genutzten LTE-Funknetz darstellt. „Die LoRaWAN-Funktechnologie gibt uns die Möglichkeit, Daten von Sensoren aufzunehmen, die nicht an die Stromversorgung angeschlossen sein müssen. Über unsere Plattform können wir Daten bereitstellen und visualisieren. So können Mehrwerte für WSW und auch andere geschaffen werden", erklärt Sören Högel, Leiter unserer Abteilung Digitale Lösungen.

Eine wichtige Erkenntnis haben die WSW bereits gewonnen: Das LoRaWAN ist in der Lage, die bei den kontinuierlichen Messungen anfallenden Datenmengen sicher zu übertragen. Untersucht werden muss noch, ob sich die Technik auch betriebswirtschaftlich rechnet. Nach Abschluss des Feldversuchs wollen die WSW entscheiden, ob ein weiterer Ausbau der funkgestützten Trinkwassernetz-Überwachung sinnvoll ist.

 

 

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