Preisentwicklung

Preisentwicklung

Neue Preise ab dem 1. Januar 2022

Der Preis für eine Kilowattstunde Strom setzt sich aus vielen Einzelposten zusammen. Den Hauptanteil bekommt nicht Ihr Energieversorger, sondern der Staat. Durch den CO2-Preis haben wir nun auch bei Gas einen neuen Preistreiber.

In diesem Jahr stehen wir vor einer besonderen Situation: Die Beschaffungspreise für Strom und Gas (zu den FAQ‘s) sind in der zweiten Jahreshälfte besonders stark angestiegen. Durch eine vorausschauende Beschaffungsstrategie wirken sich diese gestiegenen Einkaufspreise nicht so deutlich auf die Verkaufspreise der WSW aus. Dennoch kommen wir nicht drum herum die Preise der aktuellen Situation anzupassen.

Zu den Strompreisen

Zu den Gaspreisen

Strompreise ab 1. Januar 2022

Bei Strom haben wir positive Nachrichten für Sie: Wir senken die Endpreise! Trotz gestiegener Beschaffungskosten wird die Senkung durch die niedrigere EEG-Umlage (3,72 ct/kWh ab 2022) möglich.

Strompreiszusammensetzung

In der Grafik sehen Sie die jährlichen Kosten bei einem Stromverbrauch von 3.500 Kilowattstunden aufgeschlüsselt nach den einzelnen Bestandteilen anhand der Preise von WSW Strom Classic (Grund- und Ersatzversorgung). Zum Vergrößern klicken Sie auf das Bild.

Was steckt genau hinter den einzelnen Bestandteilen des Strompreises? Wir haben detaillierte Informationen hier für Sie zusammengestellt Weitere Erläuterungen

Gaspreise ab 1. Januar 2022

Bei Gas hingegen steigen die Endpreise im kommenden Jahr. Grund dafür sind die gestiegenen Beschaffungskosten und die Steigerung des CO2-Preises. Nähere Informationen dazu finden Sie in den 'Häufig gestellten Fragen'. 

Gaspreiszusammensetzung

In der Grafik sehen Sie die jährlichen Kosten bei einem Gasverbrauch von 10.000 Kilowattstunden aufgeschlüsselt nach den einzelnen Bestandteilen anhand der Preise von WSW Gas Classic (Grund- und Ersatzversorgung). Zum Vergrößern klicken Sie auf das Bild.

Häufig gestellte Fragen zur Strom- und Gaspreis-Entwicklung

Wird das Gas im Winter knapp?

Nein, aktuell sehen wir keine Versorgungsengpässe! Die Versorgungssicherheit in Wuppertal und in Deutschland ist nach wie vor gegeben! Die Nachfrage nach Gas wird derzeit und soweit absehbar auch weiterhin vollständig bedient.

Es gibt zwar einige eher abnormale Effekte am Gasmarkt, die in ihrem Zusammenspiel zu einer außergewöhnlich „knappen“ Situation am Gasmarkt führen. Diese Effekte beurteilen wir allerdings noch nicht als versorgungsgefährdend.  Nach aktueller Einschätzung besteht für die Versorgungssicherheit in der ersten Winterhälfte derzeit keine Gefahr.

Warum sind die Gaspreise aktuell so stark gestiegen?

Ein Mix aus verschiedenen Ursachen führt zu dem starken Anstieg der Gaspreise in Deutschland, Europa und darüber hinaus:

  • Die weltweite Konjunktur hat sich nach der Corona-Krise deutlich schneller erholt als zunächst angenommen. Dadurch ist die Nachfrage nach Erdgas stark angestiegen. Das aktuelle Angebot reagiert nicht so dynamisch auf die Entwicklung, so dass die Beschaffungspreise für Gas gestiegen sind.
  • In Asien ist die Nachfrage besonders stark gestiegen. Dorthin gehen derzeit die meisten Flüssiggaslieferungen (LNG). Diese Mengen fehlen dann ausgleichend in Europa.
  • Der kalte und lange letzte Winter und der vermehrte Einsatz von Gaskraftwerken aufgrund der schwachen Stromeinspeisung der erneuerbaren Energien im ersten Halbjahr 2021 hat für sehr niedrige Stände in den deutschen Gasspeichern gesorgt. Diese wurden über den Sommer nicht komplett aufgefüllt.

Was können Gründe für eine Strom- und Gaspreiserhöhung sein?

Ein Energieversorgungsunternehmen muss Vorhersagen über den zukünftigen Energieverbrauch all seiner Kunden treffen. Eine punktgenaue Vorhersage des zukünftigen Energieverbrauchs ist jedoch nicht möglich. Ersatzweise werden deshalb aus der Erfahrung der Vergangenheit Prognosen für die Zukunft gebildet und die Energiemengen entsprechend beschafft.

Diese Prognosen sind mit Unsicherheiten behaftet. Sie werden beispielsweise durch das Wetter beeinflusst, denn kalte Temperaturen können zu einem höheren Gasverbrauch führen. Ein gewisser Teil der Energiemengen muss daher auch flexibel und kurzfristig beschafft werden. Bei dem derzeitig hohen Preisniveau führt dies damit auch zu hohen Kosten bei der Energiebeschaffung. Fest steht, je vorausschauender und langfristiger ein Versorger Energie beschafft, desto geringer fällt dieser Kosteneffekt aus.

Ein weiterer Grund für Energiepreiserhöhungen stellen die Kundenbewegungen in der sog. Grund- und Ersatzversorgung dar. Einige Energielieferanten beschaffen überwiegend kurzfristig Energiemengen. Und weil sie die aktuell hohen Kosten für die Beschaffung nicht mit den Endkundenpreisen abdecken können, konfrontieren diese Energieversorger ihre Kunden mit einer Liefersperre, Insolvenz oder kündigen kurzfristig die Lieferverträge. Dadurch landen Kunden in der Grund- und Ersatzversorgung. Dem Grundversorger entstehen dadurch ungeplante hohe Kosten, denn die Stadtwerke müssen jetzt die Energie für die neuen Kunden sehr teuer nachkaufen.

Werden die Preise langfristig steigen?

Wie lange diese Situation anhält entscheidet die Marktentwicklung. Je länger diese Hochpreis-Phase andauert, desto stärker oder häufiger müssen die Preise angehoben werden.

Die meisten Stadtwerke kaufen ihre Energiemengen in vielen kleinen Schritten über einen langen Zeitraum von mehreren Jahren ein. Hohe Preise in einem vergleichsweise kurzen Zeitraum beeinflussen daher weniger stark die durchschnittlichen Beschaffungskosten als hohe Preise über einen langen Zeitraum.

Auf dem "Markt für Lieferungen in der Zukunft" (Terminmarkt), wird mit relativ hohen Kosten bis in das erste Quartal bzw. sogar das erste halbe Jahr 2022 gerechnet. Allerdings ist das nur eine Momentaufnahme und die Situation kann sich auch wieder ändern. Deshalb kann die Frage nicht abschließend beantwortet werden.

Ein weiterer Einflussfaktor auf den Gaspreis sind die Temperaturen im Winter. Sinken die Temperaturen diesen Winter stärker als prognostiziert, steigt der Gasverbrauch stärker an als geplant. Dadurch müssen Gasmengen kurzfristig am Markt nachgekauft werden. Weil die Preise am Beschaffungsmarkt zurzeit sehr hoch sind, führt das ebenfalls zu einer Kostensteigerung und somit evtl. zu steigenden Verbraucherpreisen.

Kann man voraussehen, wie sich der Gaspreis in 2022 entwickelt?

Auf dem "Weltmarkt für Lieferungen in der Zukunft" (Terminmarkt) wird mit relativ hohen Kosten bis in das erste Quartal bzw. sogar das erste halbe Jahr 2022 gerechnet. Anschließend könnten die Preise langsam fallen. Allerdings ist auch das nur eine Momentaufnahme, die sich wieder ändern kann.

Welchen Einfluss hat der CO2-Preis auf die Preisentwicklung?

Seit Anfang des Jahres 2021 gibt es in Deutschland das nationale Emissionshandelssystem für die Bereiche Wärme und Verkehr. Damit müssen dieses Jahr 25 €/t CO2, verursacht durch Brenn- und Kraftstoffe wie Benzin und Diesel für Autos oder Erdgas zum Heizen der Wohnung, gezahlt werden.

Zahlen muss diesen CO2-Preis im Fall von Erdgas in der Regel ihr Gaslieferant, welcher diese Kosten an seine Kunden in Form höherer Gaspreise weitergibt. Für 2021 beträgt der CO2-Preis 0,455 ct/kWh, für 2022 0,546 ct/kWh.

Wir haben diese Kosten seit 2021 in die Gaspreise eingerechnet. Die Anpassung hat aber nichts mit den zurzeit diskutierten Gaspreisen zu tun. Zwar steigen die CO2-Kosten 2022 um 0,091 ct/kWh, doch dieser Effekt ist im Vergleich zu den drastisch gestiegenen Kosten des Erdgaseinkaufs auf den Weltmärkten eher gering.

Hat der hohe Gaspreis Auswirkungen auf die Strom- und Fernwärmepreise?

Strom
Ja, denn neben der Einspeisung von erneuerbaren Energien wird Strom in Deutschland und Europa in Kern-, Kohle- und auch in Gaskraftwerken erzeugt. Der Brennstoffeinsatz von Erdgas in den Gaskraftwerken hat sich aufgrund der hohen Weltmarktpreise ebenfalls stark verteuert, weshalb die Kosten der Stromproduktion deutlich angestiegen sind.

Fernwärme
In einigen Fernwärmeverträgen (z. B. Talwärme Classic) werden, die an der Börse gehandelten Gaspreise als Bezugsgröße zur Berechnung der Preisänderung herangezogen. Der starke Anstieg der Gaspreise führt unweigerlich auch zu einem Anstieg der Fernwärmepreise.

Sind weitere Preiserhöhungen zu erwarten?

Obwohl wir vorausschauend und langfristig Energie beschaffen, werden langfristig die hohen Einkaufspreise auch auf unsere Endpreise Auswirkungen haben. Trotz aller Planung müssen auch wir flexibel und kurzfristig Strom- oder Gasmengen zu den aktuell hohen Preisen nach kaufen.

Wir ändern daher zum 1. Januar 2022 die Strom- und Gaspreise. Bei den Gaspreisen sprechen wir von einer Erhöhung der Entgelte, bei Strom von einer Preissenkung. Die Strompreis-Senkung wird vor allem durch die Absenkung der EEG-Umlage möglich.

Wie verhindert WSW übermäßige Preissprünge?

Wir bieten unseren Kundinnen und Kunden durch eine langfristig und nachhaltig ausgelegte Erzeugungs- und Beschaffungsstrategie eine sichere Energie- und Wärmeversorgung, selbst in Zeiten turbulenter Preisentwicklungen.

Wir sind bestrebt, Sie mit wettbewerbsfähigen und angemessenen Preisen zu versorgen und kurzfristige Preisschwankungen so gut wie möglich abzumildern. Durch unsere „strukturierte Beschaffungsstrategie“ kaufen wir unsere Energiemengen in vielen kleinen Schritten über einen Zeitraum von mehreren Jahren. Hohe Preise in einem vergleichsweise kurzen Zeitraum beeinflussen dann weniger stark die durchschnittlichen Beschaffungskosten. 

Die Beschaffung eines großen Teils in kurzer Zeit sehen wir kritisch, da dieses Vorgehen besonders in Hochpreisphasen zu stark steigenden Kosten führen kann. Genau dieses Verhalten wurde einigen Energieversorgern zum Verhängnis, die nun in der Presse mit Vertragskündigungen und Insolvenzen von sich reden machen.

Ist aktuell der Wechsel zu einem anderen Energieversorger sinnvoll?

Jedem Verbraucher steht es frei, seinen Versorger im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten frei zu wählen.

In der jetzigen Situation sehen wir den Ratschlag, häufiger den Anbieter zu wechseln, kritisch. Denn genau dieses Verhalten hat schon in der Vergangenheit die Planbarkeit in der Energiebeschaffung erschwert und wird die derzeitige Instabilität am Markt noch erhöhen. Leidtragende sind am Ende die Kunden selbst. Das wird besonders daran deutlich, dass bereits viele Lieferanten angekündigt haben, ihre Preise für Neukunden deutlich anzuheben oder sogar gar keine neuen Kunden mehr anzunehmen.

Mein Energieversorger hat mir gekündigt oder ist insolvent. Was muss ich machen?

Sie werden auf jeden Fall weiterhin mit Strom oder Gas versorgt. Hat Ihnen der Energielieferant den Vertrag gekündigt, sollten Sie sich einen neuen Energielieferanten suchen. Finden Sie keinen neuen Lieferanten, entnehmen aber weiter Energie aus dem örtlichen Niederspannungs- oder Niederdrucknetz, kommt automatisch mit dem örtlichen Grundversorger (WSW in Wuppertal) ein Grundversorgungsvertrag zustande, sofern die Belieferung dem Grundversorger wirtschaftlich zumutbar oder nicht mit einem Inkassorisiko verbunden ist.

Wird Ihr bisheriger Energielieferant insolvent und kann seine vertraglichen Lieferpflichten nicht mehr erfüllen, müssen Sie zunächst nichts tun. Sie werden auch dann ohne Unterbrechung und Einschränkung in der gesetzlichen Ersatzversorgung vom örtlichen Grundversorger weiter beliefert. Der Preis für die Ersatzversorgung entspricht dem Preis der Grundversorgung (WSW Strom Classic, WSW Strom Eco Classic, WSW Gas Classic, WSW Gas Eco Classic).

Wie lange haben Haushaltskunden Anspruch auf eine Ersatzversorgung?

Die Ersatzversorgung wird vom Grundversorger für maximal drei Monate gewährleistet. Spätestens dann müssen sie einen neuen Liefervertrag geschlossen haben. Wenn sie ohne ausdrücklichen Vertragsschluss weiter Energie entnehmen, kann dadurch mit dem örtlichen Grundversorger ein Grundversorgungsvertrag zustande kommen, sofern die Belieferung dem Grundversorger wirtschaftlich zumutbar oder nicht mit einem Inkassorisiko verbunden ist.

Wie kann mich WSW angesichts steigender Energiekosten unterstützen?

WSW bietet Ihnen umfangreiche Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten zu Effizienzmaßnahmen an oder vereinbaren individuelle Zahlungsmöglichkeiten und Beratungsgespräche. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie haben wir uns als verlässlicher und kooperativer Partner für Verbraucher und Unternehmenskunden gezeigt. Sprechen Sie uns gerne an.

WSW TelefonServiceCenter • Telefon: 0202 569-5100 • E-Mail: energie.wasser@wsw-online.de