Teilnahme

Die Teilnahme am Forschungsprojekt AutoFlex gibt Gewerbebetrieben und Privatpersonen die Möglichkeit, teilweise historisch gewachsene Prozessabläufe aus einem anderen Blick-winkel kritisch zu hinterfragen und durch den Einsatz dynamischer Stromtarife zu optimieren. Dadurch kann eine Nutzung Erneuerbarer Energien sowie deren netzdienliche Einspeisung gefördert und der eigene ökologische Fußabdruck reduziert werden. Langfristig ist auch eine nennenswerte Reduzierung der Strombezugskosten möglich. 

    

Wer kann mitmachen?

Das Forschungsprojekt AutoFlex richtet sich an Gewerbetreibende und Privatpersonen, die über zeitlich verschiebbare Prozesse verfügen. Zeitlich verschiebbare Prozesse müssen nicht immer zu einem festen Zeitraum laufen, sondern können mit einer gewissen Vorlaufzeit in einen anderen Zeitraum verschoben werden. Das können sowohl Anlagen kleinerer Gewerbebetriebe (z. B. Backöfen in Bäckereien, Kühl- und Klimaanlagen in Supermärkten) oder leistungsintensive Geräte in Privathaushalten (z. B. Ladestationen für Elektrofahrzeuge, Wärmepumpen) sein. Um geeignete Prozesse identifizieren und realitätsnah untersuchen zu können, ist das Projektteam auf die Mitwirkung von gewerblichen und privaten Verbraucherinnen und Verbrauchern angewiesen, die solche leistungsintensiven Anlagen und Geräte betreiben.

 

Was ist der Nutzen bei einer Teilnahme an AutoFlex?

Der Ausbau Erneuerbarer Energien ist seit einigen Jahren eins der größten Themen der Energiewirtschaft, aber auch der Umweltpolitik. Durch die Teilnahme am Projekt AutoFlex haben Gewerbe- und Privatkundinnen und -kunden die Möglichkeit, am Gelingen der Energiewende beizutragen und persönlich vom Ergebnis zu profitieren. 

  • Förderung von „grünem“ Energiebezug und Anregung zum netzdienlichen Verhalten (§14a EnWG)
    Gewerbebetriebe als auch Privatpersonen können dazu beitragen, die Einbindung Erneuerbarer Energien in das Stromnetz zu fördern. Der dynamische Stromtarif sorgt mittels Preissignale dafür, dass Energie dann vermehrt genutzt wird, wenn sie auch produziert wird. Dadurch erhalten Gewerbebetriebe und Privathaushalte die Möglichkeit, ihren Energieverbrauch netzdienlich anzupassen, um kritische Netzsituationen zu verhindern und damit ein stabiles Stromnetz zu gewährleisten.
  • Minderung von CO2-Emissionen
    Gleichzeitig ergibt sich durch die vermehrte Nutzung Erneuerbarer Energien eine Möglichkeit, den privaten sowie betrieblichen ökologischen Fußabdruck zu reduzieren.
  • Reduzierung der Energiekosten
    Weiterhin lässt sich durch die Nutzung von Lastverschiebungspotenzialen durch einen dynamischen Stromtarif langfristig Geld sparen. weil der Stromverbrauch in Zeiten geringer Strompreise verschoben wird.

Sie möchten wissen, ob bei ihnen im Haushalt oder im Gewerbe Lastverschiebungspotenziale vorliegen und wo sich diese befinden? Dann nutzen Sie gerne unseren Quick-Check. Beim Quick-Check handelt es sich um einen Datenerfassungsbogen zur schnellen und einfachen Identifizierung von Flexibilitätspotenzialen innerhalb Ihres Gewerbes oder Ihres Privathaushaltes. Gerne können Sie uns auch persönlich ansprechen. Bei einem gemeinsamen Termin stellen wir Ihnen das Forschungsprojekt im Betrieb oder Zuhause vor und schauen uns potenzielle Prozesse an.

Was kostet eine Teilnahme?

Die Teilnahme am Forschungsprojekt ist kostenfrei, alle Kosten für eventuell zu verbauender Technik werden vom Projekt getragen.

Für das erfolgreiche Gelingen des Forschungsprojekts sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen. Dies betrifft insbesondere die Klärung der technischen Fragen zu den Prozessen sowie zu möglichen Einschränkungen. Dabei werden wir Ihre Zeit möglichst wenig beanspruchen.

Was passiert, wenn ich am Projekt teilnehme?

Schritt 1: Unterzeichnung einer Absichts- und Vertraulichkeitserklärung

Vor dem Start der Teilnahme am Forschungsprojekt AutoFlex wird eine Absichtserklärung sowie eine gegenseitige Vertraulichkeitserklärung zwischen den Teilnehmenden und dem Projektteam unterzeichnet. Die Absichtserklärung bekundet das Interesse, als Praxispartner an dem Forschungsprojekt mitwirken zu wollen. Die Vertraulichkeitserklärung beschreibt eine gegenseitige Erklärung zum Umgang mit den jeweilig ausgetauschten Daten und Informationen. Dabei obliegt es immer dem Gewerbebetrieb bzw. der Privatperson, in welcher Form Daten und Informationen an das Projektkonsortium weitergegeben werden.

Schritt 2: Identifikation geeigneter Prozesse

Im nächsten Schritt gilt es festzustellen, inwieweit im Betrieb oder im Privathaushalt Prozesse vorhanden sind, die ein Lastverschiebungspotenzial aufweisen und damit für eine weitere Betrachtung geeignet sind. Dies geschieht auf Grundlage von betrieblichen sowie technischen Einschränkungen der jeweiligen Prozesse. Dafür ist ein Termin im jeweiligen Betrieb bzw. Privathaushalt notwendig. Bei einem kurzen Rundgang können mögliche Prozesse betrachtet werden. Am Ende von Schritt 2 steht das Ergebnis, welche Prozesse hinsichtlich des Lastverschiebungspotenzials genauer zu untersuchen sind.

Schritt 3: Untersuchung des Lastverschiebungspotenzials

Nachdem die zu untersuchenden Prozesse festgelegt wurden, müssen alle benötigten Prozessdaten zusammengeführt werden. Zu diesen Daten gehören u. a. Informationen zur Prozessauslastung, dem Energieverbrauch und der zeitlichen Ablaufplanung. Da für die Bewertung des Lastverschiebungspotenzials der Energieverbrauch der jeweiligen Prozesse ausschlaggebend ist, ergibt sich hier die Gelegenheit, eine Untermessung der jeweiligen Prozesse durchzuführen. Der Einbau der Untermessungen erfolgt durch den Projektpartner WSW Energie & Wasser AG; die Kosten für die Technik und den Einbau werden durch das Projekt getragen. Die Untermessung wird voraussichtlich für die gesamte Prozesslaufzeit installiert bleiben und den Energieverbrauch dokumentieren. Anschließend kann auf Grundlage aller Informationen das Lastverschiebungspotenzial der jeweiligen Prozesse untersucht und bewertet werden. 

 

Schritt 4: Diskussion der Ergebnisse und Entwicklung eines Konzepts

In diesem Schritt werden die Ergebnisse aus Schritt 3 bei einem vor-Ort-Termin vorgestellt und kritisch diskutiert. Außerdem werden dem jeweiligen Gewerbebetrieb bzw. Privathaushalt alle Möglichkeiten zum Einsatz eines dynamischen Stromtarifs dargestellt. Da davon auszugehen ist, dass es mehrere Anwendungsmöglichkeiten mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen geben wird, muss eine geeignete Strategie, welche zu den alltäglichen Abläufen der Teilnehmenden passt, zusammen erarbeitet werden. Am Ende des vierten Schritts steht ein Konzept zum Einsatz und zur Umsetzung eines dynamischen Stromtarifs.

Schritt 5: Umsetzung des Konzepts

In diesem Schritt wird das zuvor in Schritt 4 erstellte Konzept zum Einsatz eines dynamischen Stromtarifs umgesetzt.

Aufbau einer  Kommunikationsinfrastruktur: Für einen dynamischen Stromtarif müssen täglich Preissignale, Messwerte sowie optional Steuerbefehle zwischen dem Energiehändler und den Teilnehmenden kommuniziert werden, wofür eine Kommunikationsinfrastruktur aufgebaut werden muss.

Einbau einer Automatisierungstechnik: Bieten die Prozesse mit Lastverschiebungspotenzial die Möglichkeit, unter zuvor abgesprochen Restriktionen, vollautomatisiert durch den Energiehändler gesteuert zu werden, muss die zuvor verbaute Untermessung um eine Automatisierungstechnik erweitert werden, die u. a. eine Fernwirktechnik enthält. Die Erweiterung der Technik wird durch den Projektpartner WSW Energie & Wasser AG durchgeführt.

Schritt 6: Feldtest

Abschließend soll die Praxistauglichkeit eines dynamischen Stromtarifs unter dem zuvor erarbeiteten Bedingungen überprüft werden. Ziel ist es, das der teilnehmende Gewerbebetrieb bzw. Privathaushalt ab diesen Zeitpunkt durch den Einsatz seiner Flexibilität profitiert.

Begleitend: Untersuchung der Kundenakzeptanz

Der Projektpartner Neue Effizienz GmbH möchte mit den beteiligten Gewerbebetrieben und Privathaushalten gemeinsam im Gespräch die Erfahrungen in dem Projekt beleuchten. Dabei werden Hemmnisse und Probleme benannt und im weiteren Projektverlauf beobachtet, mit dem Ziel, entgegenwirkende Maßnahmen erarbeiten zu können.

Quick-Check – Datenerfassungsbogen zur Lastverschiebungsanalyse

Der Quick-Check dient zur schnellen und einfachen Identifizierung von Flexibilitätspotenzialen innerhalb Ihres Gewerbebetriebes oder Ihres Privathaushaltes.

Bei der Beantwortung des Fragebogens ist zu beachten, dass ein Prozess nicht nur eine, sondern mehrere Flexibilitätseigenschaften aufweisen kann. Dementsprechend kann jeder Prozess je nach Eigenschaften auch in mehrere der nachfolgenden Tabellen eingetragen werden.

Download Quick-Check (PDF-Download)

Bitte füllen Sie den Datenerfassungsbogen aus und senden Sie diesen an okoch(at)uni-wuppertal.de.

Im Anschluss erhalten Sie eine erste Einschätzung Ihres Lastverschiebungspotenzials.