WSW wollen Fernwärmenetz digitalisieren

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Die WSW erproben die Möglichkeit, das Wuppertaler Fernwärmenetz digital zu steuern. In einem umfangreichen Testprojekt setzen die Stadtwerke dafür Wärmemengen- und Kondensatzähler ein, die ihre Daten über das LoRaWAN-Funknetz der WSW übertragen. LoRaWAN steht für „Long Range Wide Area Network“ und ermöglicht ein sehr effizientes Senden von Daten über lange Strecken.

Im Rahmen des Feldtests wurden bisher über 80 Liegenschaften, die von den WSW Fernwärme erhalten, mit der neuen Technik ausgestattet. Die Datenübertragung per Funk ermöglicht eine laufende tagesaktuelle Erfassung der tatsächlichen Verbrauchsmengen. Mit diesen Informationen ist es möglich, die Steuerung der Wärmeproduktion im Müllheizkraftwerk der AWG sowie im Heizkraftwerk Barmen dem Bedarf besser anzupassen. Bisher erhielten WSW die Verbrauchsdaten oft nur einmal im Jahr durch Ablesen der Zähler vor Ort. Verbrauchsveränderungen konnten so nur mit großer zeitlicher Verzögerung festgestellt werden. Gleichzeitig ist der Einsatz herkömmlicher fernauslesbarer Messtechnik mit hohen Kosten und großem Aufwand verbunden. Der Einbau von LoRaWAN-Modulen in den Messeinrichtungen und die Datenübertragung per Funk könnte eine preiswerte und effiziente Alternative darstellen.

Die WSW können die Daten für die Abrechnung nutzen, den Netzbetrieb und die Wärmeproduktion dadurch bedarfsgerecht optimieren und haben die Möglichkeit, den Kunden monatlich Verbrauchdaten zur Verfügung zu stellen. Außerdem wird geprüft, ob mit Hilfe der Daten Abweichungen bei den Verbräuchen erkannt und ob sie bei der Leerstandsüberwachung verwendet werden können. „Im Rahmen des Testbetriebs möchten wir herausfinden, ob der Einsatz der neuen Datenübertragungs-Methode im gesamten Fernwärmenetz technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist und ob es Ansätze für weitere Anwendungsfälle gibt“, ergänzt Sören Högel, Leiter Digitale Lösungen bei WSW.

Die LoRaWAN-Sender verfügen nicht nur über eine hohe Reichweite, sondern können – bei entsprechender Netzabdeckung - auch Daten aus Gebäudekellern funken, in denen die Fernwärmezähler in der Regel installiert sind. Über die LoRaWAN-Infrastruktur überwachen die WSW bereits Teile des Strom- und des Trinkwassernetzes in Wuppertal. Die LoRaWAN-Module werden im Rahmen des Tests beim turnusmäßigen Zählertausch eingebaut. Gleichzeitig prüfen die WSW weitere Anwendungsmöglichkeiten im Fernwärmenetz, beispielsweise in den Pumpstationen.

 

WSW DIGITAL

Die öffentliche Infrastruktur wird immer digitaler: Stromzähler versenden bereits online Verbrauchsdaten, mobile Apps informieren in Echtzeit über Abfahrzeiten und Störungen im Busverkehr – um nur zwei Beispiele zu nennen. Die WSW sehen sich aber nicht nur als Versorger und Betreiber des Nahverkehrs in Wuppertal, sondern als digitalen Infrastrukturdienstleister. In dieser Funktion ist es Ziel der WSW, die Daseinsvorsorge für eine digitale und klimaneutrale Zukunft bereitzustellen.

Dazu müsse sowohl physische Infrastrukturen (wie LoRaWAN, WLAN und Glasfaser) zur Übertragung von Daten als auch digitale Infrastrukturen (wie digitale Plattformen) zur Zusammenführung und Verknüpfung der Daten, errichtet und betrieben werden. Sie bilden die Grundlage zur Entwicklung von smarten Lösungen in Bereichen wie beispielsweise zur Straßenbeleuchtung oder Abfallentsorgung. Zusammengefasst werden die Projekte unter „WSW Digital“, das als ganzheitliches Konzept einen Beitrag zur Smart City-Strategie der Stadt Wuppertal darstellt.

 

Von links: Bastian Dette (WSW Digitale Lösungen), Sören Högel (WSW Digitale Lösungen), Jens Bachmann (WSW Planung und Betrieb Fernwärme)

Pressekontakt: Wuppertaler Stadtwerke, Konzernkommunikation; 0202 - 569 3766/3943

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