Wasserstoffbusse

Wasserstoffbusse

Der A330 – mit Wasserstoff durchs ganze Tal

In einem gemeinsamen konzernübergreifenden Projekt wollen die beiden städtischen Tochterunternehmen WSW und AWG den öffentlichen Personennahverkehr in Wuppertal noch grüner machen.

Die Wasserstoffbusse der WSW mobil setzen Maßstäbe beim nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen.

In der Onlineausgabe der aktuellen wsw.info haben wir für Sie eine Infografik beriet gestellt.

In der Brennstoffzelle reagieren Wasserstoff und Sauerstoff unter der Abgabe von elektrischer Energie zu Wasser. Der so generierte Strom wird in einer Hochvolt-Batterie auf dem Fahrzeugdach gespeichert oder treibt direkt die Elektromotoren an. Dabei wird nur Wasserdampf ausgestoßen und der CO2-Ausstoß auf null reduziert. Damit gehören Wasserstoffbusse zu den umweltfreundlichsten Fahrzeugen im ÖPNV.

Dank der Förderung durch die EU, der Bundesregierung und der Landesregierung NRW gelingt in 2020 die Inbetriebnahme der ersten zehn Wasserstoffbusse und der eigenen Wasserstoff-Tankstelle. Interessante Infos zu Wasserstoffbussen in Europa liefert die Plattform „Fuel Cell Electric Buses“, die kürzlich Andreas Meyer, Leiter der Bustechnik, zum Stand der Dinge in Wuppertal interviewt hat.

Der A330 - Das umweltfreundlichste Fahrzeug im ÖPNV

Die Brennstoffzellen dienen gemeinsam mit den Lithiumbatterien und den Elektromotoren als Basis des Antriebs. Der Elektromotor der Busse vom Typ Van Hool A330 kommt so auf eine Leistung von 210 kW (rund 285 PS), ausreichend selbst für die vielen Steigungen in Wuppertal. Mit dieser Antriebstechnik sind die Wasserstoffbusse die umweltfreundlichsten Fahrzeuge im ÖPNV und leiser als herkömmliche Busse.  

Dank dieses Hybridantriebs und der Rückgewinnung der Bremsenergie kann der Wasserstoffverbrauch auf rund 9 kg/100 km begrenzt werden. Mit einer Tankfüllung von 38,5 kg Wasserstoff und der damit verbundenen Reichweite von 350 Kilometern sowie Betankungszeiten von unter zehn Minuten bieten die Busse Parameter, die denen der Dieselbusse vergleichbar sind.  

Die Busse sind zweiachsig und rund 12 Meter lang. Sie bieten Platz für 35 Sitzplätze und 39 Stehplätze, einen Rollstuhlfahrer und einen Kinderwagen. Die Busse verfügen über USB-Anschlüsse, WLAN und sind zudem barrierefrei.  

Datenblatt des A330 (Download)

Projekt „H2-W – Wasserstoffmobilität für Wuppertal“

Überlegungen, im Busverkehr Alternativen zum Dieselmotor zu nutzen, gibt es bei den WSW bereits seit längerer Zeit. Die Stadtwerke haben insbesondere die Möglichkeiten zur Nutzung von batteriebetriebenen Elektrobussen und Brennstoffzellen-Fahrzeugen geprüft. 2014 starteten die WSW schließlich das Programm „H2-W – Wasserstoffmobilität für Wuppertal“.  

Eine wesentliche Anforderung war dabei, dass die neue Antriebstechnologie nicht höhere Kosten verursachen darf, als der Betrieb des Dieselfuhrparks. Dank verschiedener Förderungen und durch die Kooperation mit der AWG ist dies nun gelungen.

Projektpartner AWG produziert Wasserstoff aus Wuppertaler Müll

Der für den Betrieb benötigte Wasserstoff wird in einem besonders effizienten Verfahren von der AWG Abfallwirtschaftsgesellschaft mbH Wuppertal produziert. Im Müllheizkraftwerk auf Korzert wird aus Wasser durch Elektrolyse Wasserstoff gewonnen, der dafür nötige Strom stammt aus der Müllverbrennung. Mit der Investition in die Produktion und Nutzung von Wasserstoff als Treibstoff kann der Schadstoffausstoß in Wuppertal spürbar reduziert werden.

Die Kapazitäten auf Korzert:

  • eine Produktionsanlage für ca. 400 Kilogramm Wasserstoff täglich
  • ein Tank für fast ca. 450 Kilogramm Wasserstoff
  • sowie eine Betankungsanlage für die Brennstoffzellenbusse.

Bei Bedarf ist die Anlage erweiterungsfähig.

WSW Wasserstoffbusse - Die Projektpartner
WSW Wasserstoffbusse - Die Projektpartner

Bushersteller Van Hool

Produzent der Wasserstoffbusse ist das belgische Unternehmen Van Hool, ein unabhängiger Hersteller von Linienbussen, Reisebussen und Nutzfahrzeugen.

Besonderes Know-how am Produktionsstandort Belgien

Das im Jahr 1947 gegründete Unternehmen Van Hool, mit Sitz im belgischen Koningshooikt, produziert bereits seit 2005 Brennstoffzellenbusse für den amerikanischen Markt und seit 2007 für den europäischen Markt. In diesem Zeitraum hat das Unternehmen insgesamt 53 dieser hochmodernen Fahrzeuge gebaut, davon 21 für nordamerikanische und 32 für europäische Kunden. Hinzu kommen acht weitere wasserstoffbetriebene Fahrzeuge, sogenannte „Trambusse“, die Van Hool für die Stadt Pau in Frankreich baut.

Der Auftrag über 40 Wasserstoffbusse für Köln und 10 Busse für Wuppertal ist bis dato der größte Auftrag für Wasserstoffbusse europaweit.

Förderung für Busse und Tankstellenbau

Das Projekt der Brennstoffzellenbusse hat eine europaweite Vorbildfunktion. Die Beschaffung von 10 Brennstoffzellen-Hybridbussen und einer Wasserstofftankstelle wird daher im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), dem EU-Projekt JIVE sowie der Landesregierung NRW unterstützt. Die Kosten eines Brennstoffzellenbusses betragen 650.000 Euro. Der Gesamtaufwand für die WSW sowie den Bau der Wasserstoff-Produktionsanlage bei der AWG beläuft sich auf 11 Millionen Euro. Ein großer Teil davon kann über die Fördergelder gedeckt werden.

Das EU-Projekt „JIVE“

Wuppertal nimmt am europaweiten EU-Förderprogramm für Brennstoffzellenfahrzeuge „JIVE“ (Joint Initiative for Hydrogen Vehicles across Europe) teil. Das Projekt unterstützt den Einsatz von 139 Brennstoffzellenbussen in neun europäischen Städten. JIVE hat eine Laufzeit von sechs Jahren ab Januar 2017. Das Ziel ist die Kommerzialisierung von Brennstoffzellenbussen durch die gemeinsame Beschaffung von Bussen und dem Aufbau von Wasserstofftankstellen, so dass am Projektende Verkehrsunternehmen die Busse wirtschaftlich und ohne Förderung in ihre Flotten integrieren können. Des Weiteren sollen Kommunen und Regierungen angeregt werden, die Verwendung von Nullemissionsfahrzeugen im ÖPNV regulatorisch zu unterstützen.

Das Projektkonsortium besteht aus 22 Partnern aus sieben Ländern: Element Energy Ltd, Aberdeen City Council, Birmingham City Council, Dundee City Council, EE Energy Engineers GmbH, Energy Universe Europe ApS, Fondazione Bruno Kessler, HyCologne – Wasserstoff Region Rheinland e.V.,

WSW Wasserstoffbusse - Die Projektpartner
WSW Wasserstoffbusse - Die Projektpartner

WSW mobil GmbH • Telefon: 0180 6 504030 (Festnetz 0,20 €/Anruf; Mobil 0,60 €/Anruf) • E-Mail: mobicenter@wsw-online.de